Wer bietet Fördermittel für die Sanierung und Modernisierung einer Immobilie?

Seit 2020 sind die KfW-Förderprogramme für Sanierung und altersgerechte Umbauten angepasst. Am 24.1.2022 wurden ohne Ankündigung einige KfW-Förderprogramme der KfW durch die Bundesregierung gestoppt. Dieser Förderstopp wurde wie folgt begründet: Erstens wären die Fördertöpfe aufgrund der immensen Anfrage leer. Und zweitens würden viele Fördervorgaben den Ansprüchen an ein zeitgemäßes energetisches Bauen nicht mehr gerecht. Für 2023 plant die Bundesregierung ein neues Programm "Klimafreundliches Bauen". Details dazu sind allerdings noch nicht bekannt.

WICHTIG: Dieser Förderstopp betrifft vor allem Neubau-Projekte. Die Förderungen für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen laufen weiter. Dadurch bleiben Kredite, die im Zusammenhang mit energetischer oder altersgerechter Sanierung stehen, lukrativ.

Diese KfW-geförderten Kredite für Sanierungsmaßnahmen können nicht direkt durch den Immobilienbesitzer:in abgerufen werden, sondern müssen über eine Bank oder einem Baufinanzierungsvermittler eingereicht werden. Wir empfehlen, sich aber vorher eingehend von bankenunabhängigen Baufinanzierungsvermittlern beraten zu lassen. Denn ob sich diese KfW-Förderprogramme für Sie rechnen, entscheiden Umfang der Sanierung sowie die angestrebte Energieeffizienzklasse, die von der KfW vorgegeben sind.

KfW-Zuschüsse für energetische Maßnahmen und energie-effiziente Gebäude 

Die KfW-Förderprogramme für Sanierung eines Wohngebäudes zu einem „KfW Effizienzhaus 55“ gewähren einen Tilgungszuschuss von 40 Prozent. Und das für einen maximale Kreditbetrag von 120.000 Euro. Ihre Ersparnis: bis zu 48.000 Euro des Sanierung-Kredites müssen Sie nicht zurückzahlen. 

Können Sie mit den Sanierungsmaßnahmen den Standard Effizienzhaus 55 nicht erfüllen und fallen in eine geringere Effizienzklasse, so sinkt auch der Tilgungszuschuss. Letztendlich ein Rechenexempel: weniger Investieren für eine geringere Effizienzklasse und deswegen in den Genuss eines niedrigeren Tilgungszuschusses zu kommen, kann für Sie trotzdem lukrativ sein; weil Sie am Ende insgesamt weniger Geld für die Modernisierung in die Hand nehmen und Schuldenfreiheit schneller erreicht ist.

Die KfW unterstützt die Umstellung auf erneuerbare Energien

Ziel dieses KfW-Sanierung-Programms ist es, das Gebäude nach der Sanierung möglichst deutlich unter den Anforderungen der Energieeinspar-Verordnung beziehungsweise des Gebäude-Energiegesetzes liegen. Dabei werden sowohl Dämmung wie auch die Umrüstung auf erneuerbare Energien gefördert z. B. wenn Holzheizungen, Solarthermie oder Wärmepumpen die Wärme liefern. Die Förderung von erneuerbaren Energien durch die KfW ist ein besonders interessantes Finanzierungsmodell für die Modernisierung des Eigenheims.

Zuschuss statt zinsbegünstigter Kredit?

Es muss nicht immer ein zinsbegünstigter Kredit sein. Alternativ gibt es Investitionszuschüsse, wenn Bauherren keinen Kredit der KfW in Anspruch nehmen wollen.  Tilgungszuschüsse mit 25 Prozent gibt es z. B. für ein „KfW Effizienzhaus 40 Plus“ mit Photovoltaikanlage. Für einem „KfW Effizienzhaus 40“ kann man 20 Prozent Tilgungszuschuss erhalten und bei einem neuen „KfW Effizienzhaus 55“ 15 Prozent. Von der KfW gibt es hierfür zudem einen maximalen zinsbegünstigten Kreditbetrag von 120.000 Euro. Um im Bereich der Sanierung exakte Informationen zu erhalten, ist es empfehlenswert, sich direkt an einen versierten Baufinanzierungsberater:in zu wenden. Denn in der aktuellen Übergangsphase bis die neuen Förderrichtlinien durch die Bundesregierung beschlossen sind (voraussichtlich 2023), kommt es auf den Einzelfall an, ob eine KfW- oder eine BAFA-Förderung greift.

KfW-Förderprogramme für Sanierung auch für altersgerechte Umbauten

Für die Reduzierung oder Beseitigung von Barrieren in der Immobilie (z. B. breitere Türen, altersgerechtes Bad und Küche) bietet die KfW zinsbegünstigte Darlehen in Höhe von 50.000 Euro (KfW-Programm 159) oder Zuschüsse von bis zu 6.250 Euro (KfW-Programm 455-B). Neuerungen auch beim KfW-Wohneigentum-Programm

Ist ein KfW-Kredit immer sinnvoll?

In einer Niedrigzinsphase gibt es tatsächlich günstigere Baufinanzierungszinsen. Trotzdem sind die KfW-Förderprogramme für Sanierer und Modernisierer interessant. Um umfassend informiert zu sein und einen umfassenden Überblick über alle Modernisierungs- und Sanierungsprogramme zu erhalten, empfiehlt sich die Beratung durch bankenunabhängige Baufinanzierungsexpert:innen. 

BAFA fördert Einzelmaßnahmen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist eine sogenannte „Bundesoberbehörde“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die BAFA fördert energieeffiziente Techniken sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien. Seit Einführung der BEG (Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude) ist die BAFA – und nicht mehr die KfW – zuständig für die Fördermittel bei sogenannten Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung und Modernisierung. Wer also eine Bestandsimmobilie nicht komplett kernsanieren (hierfür wäre die KfW zuständig), sondern mit Einzelmaßnahmen (z. B. Dämmung, Heizung) auf einen neuen, modernen Standard heben möchte, für den ist nun das BAFA zuständig.

 Für welche Sanierungsprojekte gibt es Förderung?

  • Dachsanierung
  • Photovoltaik-Anlage
  • Solarthermische Anlage
  • Lüftungsanlage
  • Heizungsanlage
  • Gebäude-Dämmung
  • Fenstersanierung
  • Rolladen oder Klappladen (auch Einbruchschutz)
  • PKW-Stellplätze und Garage
  • Loggia, Balkon und Terrasse
  • Einbruchsicherung
  • altersgerechte Umbauten
  • altersgerechte Badsanierung
  • Assistenzsysteme (Smarthome)

Diese Liste zeigt einen Überblick über Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die durch die KfW oder die BAFA gefördert werden. Unter diese Gliederung fallen jeweils noch viele Einzelmaßnahmen, die ebenfalls förderungswürdig sind. 

Nutzen Sie die Expertise von Experten

Ein externer Energieeffizienz-Expert:in bzw. Energieberater:in hilft Ihnen, die Sanierung zu planen und zu überwachen. Auch dies wird über ein KfW-Programm (431) bis zu einer Höhe von 4.000,– Euro gefördert. 

Zusätzlich ist es ratsam, für die Komplettfinanzierung einen bankenunabhängigen Baufinanzierungsberater hinzuzuziehen. Dieser hilft auch dabei, die beste Mischung aus Förderung und „normaler” Baufinanzierung zu finden. Abhängig vom Umfang des Sanierungsvorhabens ist eine Kombination sinnvoll, um langfristig sicher und günstig zu finanzieren.

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